Direktorin und Team

Am Institut für Geschichte und Ethik der Medizin arbeiten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus verschiedenen Disziplinen zusammen. Fragen der Geschichte und Ethik der Medizin werden vor dem Hintergrund historischer, medizinischer, philosophischer sowie kultur- und sozialwissenschaftlicher Perspektive bearbeitet.

Univ.-Prof. Dr. Dr.--Friedrich-Orsolya
Univ.-Prof. Dr. Dr. Orsolya Friedrich

Institutsleitung

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Kurzbiografie

Orsolya Friedrich wurde in Medizin sowie in Philosophie promoviert und habilitierte sich im Fach Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin an der LMU München. Nach mehrjähriger wissenschaftlicher Tätigkeit an der LMU München sowie einer zweijährigen Forschungsphase am Forschungszentrum Jülich wurde sie zunächst zur Juniorprofessorin für Medizinethik und anschließend zur Professorin für Philosophie der Medizin und der Technik an die FernUniversität in Hagen berufen. Seit 2026 ist sie Professorin für Geschichte und Ethik der Medizin an der Medizinischen Fakultät der Universität zu Köln und leitet dort das gleichnamige Institut. Neben ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit engagiert sie sich in Beratungsgremien, unter anderem als Mitglied der Bayerischen Ethikkommission für Präimplantationsdiagnostik sowie der Zentralen Ethik-Kommission für Stammzellenforschung.

Forschungsschwerpunkte

Ihre Forschungsinteressen liegen in der Angewandten Ethik mit Schwerpunkten in der Medizin- und Neuroethik – einschließlich Fragestellungen zur Ethik der Psychiatrie und Psychotherapie sowie ihrer Bezüge zur Philosophie des Geistes, ferner in der Praktischen und Politischen Philosophie sowie in der Technikphilosophie.

Ein besonderer Fokus ihrer Forschung lag in den letzten Jahren auf Themen der künstlichen Intelligenz, Neurotechnologien und Mensch-Maschine-Interaktionen. Sie leitete ein BMFTR-Verbundprojekt zu den ethischen, rechtlichen und sozialen Implikationen von Brain-Computer-Interfaces sowie eine Emmy Noether-Forschungsgruppe (DFG), die neue Formen der Interaktion zwischen Mensch und Technik analysierte.

Aktuell leitet sie ein BMFTR gefördertes interdisziplinäres Verbundprojekt ShiftAffekt, das die philosophischen, (medizin-)ethischen und gesellschaftlichen Implikationen von Technologien zur Erkennung und Regulierung affektiver Zustände untersucht. Zudem leitet sie ein Teilprojekt im Research Hub Neuroethics (BMFTR), das die neuroethische Forschung in Deutschland vernetzt, ihre internationale Sichtbarkeit stärkt, den Dialog mit der Öffentlichkeit fördert und den wissenschaftlichen Nachwuchs gezielt unterstützt.

Publikationen (Auswahl aus den Veröffentlichungen der letzten Jahre)

Knochel K., Fritzsche M.-C., Henking T., Schleidgen S., Seidlein A.-H., Friedrich O. (2026): Werturteile in der Indikationsstellung - eine interdisziplinäre Analyse. In: Deutsche Medizinische Wochenschrift 151/4: e9-e15.

Friedrich O., Schleidgen S. (Hrsg.) (2024): Special issue „The Use of AI in Medicine“. Cambridge Quarterly of Healthcare Ethics 33/3. DOI: 10.1017/S0963180122000664.

Manzeschke A., Friedrich O. (2023): Ethische Aspekte der Präimplantationsdiagnostik – Einblick in die Arbeit der Bayerischen Ethikkommission. In: Ethik in der Medizin 35/4, S. 559-574. DOI: 10.1007/s00481-023-00773-7.

Friedrich O., Seifert J., Schleidgen S. (Hrsg.) (2022): Mensch-Maschine-Interaktion. Konzeptionelle, soziale und ethische Implikationen neuer Mensch-Technik-Verhältnisse. Paderborn: Mentis. DOI: 10.30965/9783969752609_001.

Friedrich O., Assadi G., Gerlek S., Seifert J., Schleidgen S. (2022): Value change through Information Exchange in Human-Machine Interaction. In: Prometheus 38/1, S. 57-66. DOI: 10.13169/prometheus.38.1.0057.

Seifert J., Friedrich O., Schleidgen S. (2022): Imitating the Human. New Human-Machine-Interactions in Social Robots. In: NanoEthics: Studies of New and Emerging Technologies 16/2, S. 181-192. DOI: 10.1007/s11569-022-00418-x.

Schleidgen S., Friedrich O., Wolkenstein A. (2022): How Intelligent Neurotechnology Can Be Epistemically Unjust. An Exploration into the Ethics of Algorithms. In: Review of Social Economy 80/1, S. 106-126. DOI: 10.1080/00346764.2021.1979241.

Friedrich O., Bozzaro C. (Hrsg.) (2021): Philosophie der Medizin. Ethik in der Medizin 34/4. Paderborn: Brill/Mentis. DOI: 10.1007/s00481-022-00721-x.

Friedrich O., Wolkenstein A., Bublitz C., Jox RJ., Racine, E. (Hrsg.) (2021): Clinical Neurotechnology meets Artificial Intelligence: Philosophical, Ethical, Legal and Social Implications. Springer International Publishing. DOI: 10.1007/978-3-030-64590-8.

Friedrich O., Seifert J., Schleidgen S. (2021): KI-gestützte Selbstvermessung der Psyche: Philosophisch-ethische Implikationen. In: Psychiatrische Praxis 48. DOI: 10.1055/a-1364-5068.

Kögel J., Jox R.J. Friedrich O. (2020): What is it like to use a BCI? – insights from an interview study with brain-computer interface users. In: BMC Medical Ethics 21/1. DOI: 10.1186/s12910-019-0442-2.

Steinert S., Friedrich O. (2020): Wired Emotions: Ethical Issues of Affective Brain–Computer Interfaces. In: Science and Engineering Ethics 26/1, S. 351-367. DOI: 10.1007/s11948-019-00087-2.

Steinert S., Bublitz C., Jox R.J., Friedrich O. (2019): Doing Things with Thoughts: Brain-Computer-Interfaces and Disembodied Agency. In: Philosophy & Technology 32/3, S. 457-482.

Friedrich O., Racine E., Steinert S., Pömsl J., Jox R.J. (2018): An Analysis of the Impact of Brain-Computer Interfaces on Autonomy. In: Neuroethics 14/1, S. 17-29. Doi: 10.1007/s12152-018-9364-9.


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